geschichte

Pilli Pulli Kastropi #1 – Knoten im Rüssel

Gemalt von Onno Smets, 6 Jahre

In Afrikanien, ganz in der Nähe eines riesigen Flusses, lebt der wohl berühmteste Arzt ganz Afrikaniens. Er wohnt in einem Haus, so groß wie elf Elefanten und so hoch wie eine ausgewachsene Giraffe. Sein Name ist Pilli Pulli Kastropi, seine Freunde nennen ihn aber meist nur Pilli Pulli. Ursprünglich stammt Pilli Pulli aus der Stadt Kota in Indien. Dort hat er bei Professor Kulpa Kandela gelernt, wie man Tiere behandelt. Von seinem Professor hat er auch die Sprache der Tiere gelernt, so dass er von Mistkäferisch bis  Pinguinisch alle Tiersprachen beherrscht. Besonders schwer ist ihm die Sprache der Wale gefallen, da man diese Sprache so langsam ausspricht, dass sogar ein einfaches „Hallo“ fast 5 Minuten dauert.

Im Alter von 35 Jahren ist er nach Afrikanien ausgewandert und wohnt dort glücklich und zufrieden in seinem Haus. In diesem Haus hat auch seine Praxis, in der er von der Pupseritis bis zum Glupschauge alle Krankheiten behandelt. Ach übrigens, am 25.05 wird Pilli Pulli 56 Jahre alt, da gibt es wieder eine Riiiiiiesenparty.

Wie er aussieht wollt ihr wissen? Nun, Pilli Pulli ist nicht besonders groß, ungefähr 1,65cm. Er hat einen kleinen Bauch, braune Augen, schwarze Haare und eine rötlich, braune Haut. Meist trägt er eine runde Brille auf der Nase, hat einen weißen Kittel um und trägt ein Stethoskop um den Hals. Wenn ihr Glück habt, kann ich euch bald ein Bild von ihm zeigen.

Eines Morgens, Pilli Pulli saß gerade beim Frühstück, klopfte es an seine Türe. Pilli Pulli schob sich noch die Reste von seinem Erbeertoast in den Mund, trank einen Schluck Kaffee und schlurfte zur Tür. Als er die Tür öffnete, traute er seinen Augen kaum. Vor der Tür stand Fred, der Elefant und hatte einen Knoten im Rüssel.

„Ach, du meine Güte, Fred, wie hast du das denn hin bekommen?“, fragte Pilli Pulli.

„Ich hab gar nichts gemacht“, sagte er. „Der Knoten war schon im Rüssel als ich heute Morgen aufgewacht bin“.

Pilli Pulli  ging näher an den Elefanten heran und besah sich den Rüssel etwas genauer. Er griff in eine Schlaufe des Knotens, um ihn zu lösen, aber nichts bewegte sich.

„Hmmm“, sagte Pilli Pulli. „Mal sehen, was wir da machen können“.

Er ging zurück ins Haus und verschwand im Lager. Nach ein paar Minuten kam er mit einer riiiiesigen Zange wieder heraus. Er setze die Zange an und zog und zog und zog, aber der Knoten saß fest. Keine Chance. Er versuchte es noch mit einer Eisenstange, seiner Spaghettizange und einem Seil, aber nichts half. Fred war schon ganz verzweifelt und den Tränen nahe, als dem Doktor eine rettende Idee kam.

„Warte hier“, sagte er zum Elefanten. „Ich habe die Idee.“

Wieder verschwand er in seinem Haus. Nach kurzer Zeit kam er mit einem Eimer und einer Pfauenfeder wieder. Auf dem Eimer waren Schnecken abgebildet.

„Schneckenschleim!“, sagte Pilli Pulli.

„Schneckenschleim?“, fragte Fred.

„Ja, Schneckenschleim. Damit reiben wir deinen Rüssel ein, damit es schön flutscht und danach kitzele ich dich mit der Pfauenfeder.“

„Und das soll funktionieren? Glaub ich nicht“, sagte Fred mit niedergeschlagener Stimme.

Gesagt getan. Pilli Pulli rieb den Rüssel mit Schneckenschleim ein den er von Langsahm, der Nacktschnecke zu seinem letzten Geburtstag bekommen hatte. Danach nahm er die Pfauenfeder und begann den Elefanten an seiner empfindlichen Rüsselspitze zu kitzeln.

„Ha- Ha- Haaa- Hatschi!“, machte Fred und mit einem gewaltigen Nieser löste sich der Knoten aus dem Rüssel.

„Jippieh, es hat funktioniert“, jubelte Fred und tanzte im Kreis. „Danke Pilli Pulli, du bist einfach der Beste!“

Dummerweise war der Nieser so stark gewesen, dass alle Ziegeln von Pilli Pullis Dach geflogen waren und dieser jetzt vor einem abgedeckten Haus stand.

„Ach, das kriegen wir wieder hin“, sagte Fred.

Er packte den Doktor um dessen Taille und setzte ihn auf dem Dach ab. Gemeinsam deckten sie das Haus nach und nach wieder ein und als es langsam dunkel wurde hatten sie es geschafft.

„Danke Fred, für deine Hilfe. Aber jetzt ist es Zeit fürs Bett.“

Die beiden verabschiedeten sich. Pilli Pulli aß noch ein wenig zu Abend und fiel dann total erschöpft in sein Bett. In Nullkomma Nix, war Pilli Pulli auch schon eingeschlafen. Am nächsten Tag wartete wieder einiges an Arbeit auf Pilli Pulli, aber das werde ich euch in der nächsten Geschichte erzählen.